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Kentree

Kentree ist ein kleines Maschinenbauunternehmen 20 Meilen südlich von Cork. Dieses Unternehmen entwickelt und fertigt ferngesteuerte Fahrzeuge (ROVs) oder Roboter, die in gefährlichen Situationen dubiose Pakete handhaben können.

Kentree gibt es schon seit 22 Jahren. Bereits mehr als 300 ROVs wurden hier entwickelt und gefertigt. Jeder Roboter wurde auf die Anforderungen des betreffenden Kunden zugeschnitten. Zu Beginn war Kentree eine Gelegenheitswerkstatt mit wenig Skaleneffekten und großer Vielfalt. Dadurch waren die Führung genauer Aufzeichnungen der gelieferten Produkte und der Support für die Produkte im Einsatz sowohl schwierig als auch kostenintensiv.

Kentree hat viel investiert, um Aufträge des britischen Verteidigungsministeriums zu gewinnen, durch die die nächste Generation von Robotern finanziert werden würde. Prototypen dieser neuen Modelle wurden gebaut, und die Technologie hat sich bewährt. Da aber keine Aufträge für das vorhandene Modell eingingen, mussten Einsparungen erzielt werden. In 18 Monaten wurde die Mitarbeiterzahl von mehr als zwanzig auf fünf reduziert. Es wurde kaum in Werk und Ausstattung investiert, und die Aufrechterhaltung von Unternehmensprozessen wurde zunehmen schwierig. Häufig traten Ausfälle auf. Leider gingen die Aufträge des Verteidigungsministeriums an andere Unternehmen. Kentree saß nun auf zwei Modellen, hatte keine Aufträge und kein Geld. Doch bald kehrte das Glück zurück, und zwar in Gestalt des britischen Unternehmens P W Allen.

Als sie von Kentrees Situation erfuhren, sahen P W Allen eine ideale Gelegenheit, eine Lücke in der eigenen Produktpalette zu schließen. In Zusammenarbeit mit Executives Online stellte P W Allen Graeme R. auf Zeit ein, um Kentree wieder auf die Beine zu helfen, bis die Übergabe an jemanden erfolgen würde, der das Unternehmen dauerhaft führen würde. Graeme war ein erfahrener Geschäftsführer auf Zeit, der bereits Produktionsbereiche für Elektronik und CNC-Anlagen in kleinen und großen Unternehmen eingerichtet und geführt hat. Graeme sollte Kentree wieder auf die Beine helfen und dann an jemanden übergeben, der dauerhaft die Führung übernehmen würde.

Erster Eindruck und Realität

In den sieben Monaten unter Graemes Führung wurde Kentree transformiert.

Graemes erste zwei Ziele waren zum Einen die Etablierung einer Design-Grundlage, durch die die beiden Modelle wiederholt mit einheitlicher Qualität hergestellt werden konnten. Und zum Anderen musste die Fabrik in einen Zustand gebracht werden, das Produkt zu fertigen. Dafür waren Mitarbeiter mit den richtigen Fertigkeiten und der richtigen Einstellung erforderlich. Außerdem mussten Prozesse etabliert werden, die eine kontrollierte und effektive Arbeit ermöglichen. Das entsprach auch dem Business Plan, der entwickelt werden musste, und in dem die erforderlichen Investitionen und die Höhe und der Zeitpunkt der Gewinne aus diesen Investitionen aufgeführt wurden.

Das zweite Ziel wurde schnell erreicht. Dazu mussten 22 Jahre angesammelte Geschichte ausgemistet werden. Das füllte sieben große Container. So entstand plötzlich Platz in der Fabrik, sodass eine Organisation der Produktionsbereiche möglich wurde. Gleichzeitig wurden Heizungs-, Sicherheitsalarm- und Brandmeldesysteme installiert.

Insbesondere für die Ressourcen wurde schnell eine Lösung gefunden, um neue Aufträge annehmen und erfüllen zu können. Im Rahmen der Übernahme wurde entschieden, dass Vertrieb, Marketing und Finanzen von P W Allen in GB übernommen werden. Auf Graemes Vorschlag hin wurden bald auch auch die Beschaffung und die Montage und das Testen von elektronischen Baugruppen auf diese Liste gesetzt. Trotzdem wurden bei Kentree weitere Mitarbeiter gebraucht.

Graeme hat einen Bedarf für fünf Mitarbeiter für die Montage, einen Lagermitarbeiter, einen CNC-Programmierer/Maschinist und einen QC-Inspektor ermittelt. In Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Personalvermittlungsunternehmen in Cork hat Graeme sechs gute Mitarbeiter für Montage und Lager gefunden. Ihr Alter reichte von 22 bis 62. Die Bandbreite ihrer Fähigkeiten und Erfahrung war ebenso groß. Viel wichtiger war jedoch ihre Begeisterung und ihr Wunsch, ihr Wissen einzusetzen. Sie haben ihre eigenen Arbeitsanweisungen verfasst, ihre Arbeitsbereiche selbst organisiert, Vorschläge für die Verbesserung der Prozesse und das Produktdesign unterbreitet und sich an jeder Aufgabe versucht.

Der QC-Inspektor wurde absichtlich als externer Vertragspartner engagiert. Kentree wollte eine Philosophie interner Qualität mit externer Inspektion einführen. Die Verantwortung für Qualität sollte bei den Herstellern, sowohl intern als auch extern, liegen. Graeme hat empfohlen, dass vorübergehend ein externer QC-Inspektor gebraucht wurde, da dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Außerdem würde die Arbeitslast schwanken, und Graeme wollte nicht, dass Kentree einen Ruf für einen ständigen Wechsel von Einstellung und Entlassung bekommen würde. Stattdessen sollte die Zahl der festangestellten Mitarbeiter gering gehalten und durch externe Auftragsnehmer ergänzt werden.

Für das erste Ziel wurden Zeichnungen gebraucht, nach denen verschiedene Hersteller arbeiten konnten, sodass Kentree die ROVs nach einheitlichen Design- und Qualitätsstandards produzieren und so eine höhere Zuverlässigkeit und einfacheren Kunden-Support ermöglichen konnte. Als Graeme seine Arbeit aufnahm, war dies noch nicht der Fall. Er hat sich an eine lokale Firma gewendet, die Zeichnungne anfertigen konnte. Für den kleineren Roboter konnte die Arbeit an den Zeichnungen sofort beginnen. Bald stellte sich heraus, dass ein Zeichner nicht reichte. Also wurde eine zweite Person engagiert. Letztlich waren für dieses Modell sieben Arbeitsmonate erforderlich.

Für das andere ROV war ein vergleichbarer Zeitaufwand erforderlich. Diese Arbeit übernahmen ein Vertragspartner in GB und das Design-Team von P W Allen. Es war klar, dass der Arbeitsaufwand für die Herstellung der beiden Modelle unterschätzt worden war. Doch die Bedeutung guter Daten war erkannt worden. Daraus ergaben sich die Materialscheine, nach denen Teile eingekauft, gefertigt und insbesondere deren Kosten berechnet werden konnten. So konnte das Unternehmen seine Arbeitslast, Cashflow und Investitionen planen, und das Verkaufsteam wusste, mit welchen Gewinnspannen gerechnet werden konnte.

Fortschritt

Wie lief es?

Kurz gesagt, sehr gut. Der erste Auftrag für den kleineren Roboter wurde abgeschlossen, noch bevor das Akkreditiv abgelaufen war. Die Bediener des Kunden wurden erfolgreich vor Ort geschult. Weitere Aufträge gingen ein.

Die bereits 40 Jahre alten Drehbänke und Fräsen in der Fertigung wurden durch eine moderne Drehbank und Fräse ersetzt. Elektrik, Beleuchtung, Werkbänke und Fußboden in diesem Bereich wurden renoviert. Das Fertigungsteam hat die Arbeitsbereiche geplant, Arbeitsanweisungen geschrieben und Testprozesse entwickelt.

Der QC-Inspektor hat einen Ablehnungsprozess eingeführt, aufgrund dessen ein Ausschuss zur Materialüberprüfung eingesetzt wurde, der Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen für Defekte bestimmt hat. Diese Schritte würden helfen, eine ISO-Zertifizierung zu erreichen.

Leider zeigte es sich, dass die Verwendung des Managementinformationssystems von P W Allen schwierig war. Aufgrund des Standorts und der Sicherheitsanforderungen konnte Kentree die verfügbaren Breitbandsysteme nicht nutzen. Ein Kompromiss wurde zwar beschlossen, seine Implementierung würde jedoch Zeit brauchen. Daher wurde ein externer Terminprüfer engagiert, um die Arbeit manuell zu planen.

Auch an den Unternehmensprozessen muss weiterhin gearbeitet werden. Doch Graemes Nachfolger ist in diesen Dingen sehr erfahren. Graeme hat bei der Einstellung seines Nachfolgers tatkräftige Unterstützung geboten. Graeme hat die Anforderungen der Stelle und das Profil für den gewünschten Kandidaten festgelegt. Der Prozess war umfangreich und umfasste mehrere Stufen von Interview über psychometrische Tests bis zur Überprüfung von Referenzen. Diese Schritte trugen dazu bei, die Einstellung objektiver zu gestalten.

Schlussfolgerung

In den sieben Monaten unter Graemes Führung wurde Kentree transformiert. Das Auftragsvolumen ist von 300.000 € auf 3 Mio. € gestiegen. Statt der ursprünglich anvisierten 20 werden in diesem Jahr 32 ROVs zu bauen sein. Die Mitarbeiterzahl hat sich von 5 auf 22 erhöht. Zudem ist ein fähiges, motiviertes und flexibles Team entstanden, das den Betrieb zum Erfolg führen möchte. P W Allen hat umfangreiche Investitionen getätigt, und die Fabrik und die Ausstattung wurden renoviert. Wichtige Schritte zur Entwicklung der erforderlichen Prozesse, um ein zuverlässiges Produkt nach einheitlichen Standards und mit hoher Qualität zu gewährleisten, wurden unternommen. Vor allem aber wurden Zeichnungen als Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft erstellt.

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